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NEUE FRAGEN AN BERNHARD KOCH, OKTOBER 2013

Wenn man Ihre Web-Seite anschaut, dann bietet Schwarzer Panther Film ein sehr breites Spektrum an Filmen. Gibt es eine Besonderheit bei Ihren Arbeiten? Wir drehen Filme mit Menschen. Das ist mein persönlicher Schwerpunkt und das ist es, was ich jedem Unternehmen rate: Gute Werbefilme präsentieren Produkte über die Menschen. Alle unsere Filme stellen die Menschen in den Vordergrund, liebenswert und ehrlich, das ist die Gemeinsamkeit und die Besonderheit aller meiner Filme.

Deshalb auch die Kategorie Werbedoku auf Ihrer Seite? Zunehmend drehen wir Filme, die wie kleine, gut gemachte Fernsehberichte ausschauen oder wie Mini-Dokumentarfilme. Diese Berichte wirken emotional sind meiner Meinung die beste Werbung im Internet, daher der Begriff Werbedoku.
Allgemein gehe ich auch mit einer Mischung aus Dokumentarfilm und Werbefilm bei größeren Werbeaufträgen vor: Erst schaue  ich dokumentarisch, was ein Unternehmen zu bieten hat und lasse die guten Sachen. Als nächstes beginnen wir in Details mit der Inszenierung. Wir wiederholen Abläufe oder drehen manche Bilder z.B. mit besserem Licht, wie in der Werbung. Wenn das Ganze zusammengefügt wird, bleibt der Film authentisch, aber zugleich ästhetisch. Und zudem lassen sich durch diese Arbeitsweise enorm die Produktionskosten senken.

Wie kommen die vielen Filme mit Firmen aus der Bio-Branche zustande? Wir, das heißt mein Bruder Martin und ich, haben uns in den letzten Jahren in Richtung Bio und soziales Engagement spezialisiert. Wir sind in einem Bio-Haushalt groß geworden und die Bio-Philosophie liegt uns am Herzen. Es ist einfach ein gutes Gefühl für Unternehmen zu arbeiten, die tolle Produkte herstellen und denen soziale Fairness sowie ökologische Nachhaltigkeit wichtig sind.

Und was macht die Arbeit im Dokumentarfilm? Nach zwei Jahren Drehzeit haben wir die Dreharbeiten zu unseren neuen Dokumentarfilm STOPPING – WIE MAN DIE WELT ANHÄLT so gut wie abgeschlossen. Wir stellen darin alle bekannten, seriösen Meditationsformen vor und lassen diese testen. Der Film soll Mitte 2014 ins Kino kommen – Sie dürfen gespannt sein!

 

EIN INTERVIEW MIT BERNHARD KOCH, SEPTEMBER 2010

Wie wird man eigentlich Filmemacher? Ich hab schon als kleiner Junge von einer Kamera geträumt. Ich denke, es ging mir immer darum, etwas zum Ausdruck zu bringen, was in mir ist, aber über mich hinausgeht. Als Knirps wollte ich Bücher schreiben. Ich wäre liebend gerne Dichter oder wenigstens Journalist geworden. Dann habe ich irgendwann das Medium Film für mich entdeckt.

Dichter? Ja, ich lese gerne Gedichte, ich finde, gute Gedichte vermitteln am ehesten etwas Wahrheit und Zugang zur Realität. Aber ich lese auch gerne Romane: Joseph Roth, Stefan Zweig, W.G. Sebald, alles sehr poetische Autoren.
Heute versuche ich immer etwas Poetisches in meine Filme – selbst in den kleinsten Werbespot – einfließen zu lassen.

Ihr erster Film war auch prompt ein Film über den österreicherischen Dichter H.C. Artmann… Das stimmt nicht ganz. Ich hab schon während meiner Schulzeit ein paar Spielfilme gedreht und auch als ich versuchte Theaterwissenschaft zu studieren. Mein erster Dokumentarfilm war dann eine Reise durch Südengland. Ich bin zu Fuß alle Kultplätze um König Artus abgewandert und habe dort alleine gefilmt. Ich war ein richtiger König-Artus-Fan. Und erst danach kam der Film über Artmann.

Was für Filme drehen Sie am liebsten?  Dokumentarfilme? Spielfilme? Werbefilme? Das ist mir eigentlich egal. Ich drehe gerne Dokumentarfilme, weil ich mich dann endlich mit einem Thema intensiv beschäftigen kann. Das war schlichtweg die große Erfahrung beim Film über den Insektenforscher Jean-Henri Fabre: Es kann wirklich spannend sein, Insekten zu beobachten. Diese kleinen Tiere sagen einem mehr über das Leben als jeder Zeitungsartikel.
Werbefilme drehe ich gerne, weil man dabei soviel über unsere Gesellschaft lernt. Ich drehe meist für kleinere Mittelständler, direkt, ohne Werbeagentur. Die Kunden sind immer sehr nett und ich bekomme oft einen spannenden Einblick in die Unternehmen und Unternehmensphilosophie.
Und Spielfilme drehe ich gerne, weil ich mich dabei ausprobieren kann. Filme an für sich bieten mir die Möglichkeit gefahrlos unbekannte Gegenden zu betreten.

Sie haben drei No-Budget-Spielfilme gedreht. Wie geht das? Ich wollte einfach Filme machen. Meine drei Kinospielfilme „Heimler“, „Sommerloch“ und „das Buch Daniel“ entstanden aus einer Mischung aus Verzweiflung und Idealismus. Es waren im Prinzip Kunstprojekte – es ging dabei auch viel um Selbsterfahrung und Gruppendynamik. Ich koordinierte bis zu 100 Personen pro Projekt, ich drehte pro Film ca. 50 Tage lang, mindestens ebenso lange dauerte der Schnitt, ich drehte meist ohne Drehbuch und das alles ohne Geld.

Was reizt Sie am Dokumentarfilm? Film ist ein wundervolles Medium, um sich mit Themen zu beschäftigen, die außerhalb von mir selbst liegen, meinen Horizont erweitern. Film verschafft mir Zugang zu Menschen und Dingen, die ich normalerweise nie kennen lernen würde. Und beim Filmemachen findet eine intensive, persönliche Auseinandersetzung mit diesen Dingen statt. Das ist eine unglaubliche Bereicherung für mich.